Manchmal frage ich mich…

Warum mag ich Agilität?

Der Begriff „agile“ kommt aus dem Lateinischen „agilis“ und bedeutet „behände, schnell und gewandt, tätig, regsam, geschäftig, eifrig, leicht beweglich“.
Im deutschen Sprachgebrauch wird dieses Wort nicht mehr häufig verwendet, bis auf… agile Software Entwicklung, agiles Projektmanagement, agiles Mindset usw. Im IT-Umfeld haben diese Begriffe seit den 90er Jahren an Bedeutung gewonnen, sind zum Hype geworden und gelegentlich umstritten.
Wenn ich die Übersetzung auf mich wirken lasse, dann denke ich: „Ja, so wäre es ein schönes Leben.“ Leicht, in Bewegung und anpassungsfähig. Eigenschaften, die es einfacher machen, mit der Fülle der Veränderungen in meinem Leben umzugehen. Und ich stelle mir die Frage, inwieweit die agilen Prinzipien der Software-Entwicklung auf mein Leben übertragbar werden?
Nun, wir haben beide dieselben Voraussetzungen:

Wenn du willst, dass Gott lacht, dann mach einen Plan [unbekannt]

Wir machen oft Pläne und stellen hinterher fest, dass alles ganz anders gekommen ist. Meine Wünsche und Pläne haben sich in meinem Leben vielfach geändert, so wie mein Umfeld und meine Lebensbedingungen. Immer wieder werde ich mit Umständen konfrontiert, die ich so nicht vorausgesehen habe. Und selbst in Bereichen, in denen „immer“ alles gestimmt hat, musste ich mich verändern, wenn sie weiterhin „stimmen“ sollten, denn alles andere änderte sich.
Die agilen Prinzipien helfen mir dabei, damit leichter umzugehen und meinen Weg zu finden. In kleinen Schritten (Iterationen) gehen und immer mal wieder schauen, ob es noch passt (Retrospektive) und wenn nötig (fast immer) Anpassungen vornehmen, damit es leichter wird (Kaizen).
Veränderungen lösen fast immer Unsicherheit aus. Weiß ich doch nicht, ob ich alles leisten kann, was auf mich zukommt? Reichen meine Fähigkeiten, meine Kompetenzen?

Unabhängig davon was wir heute entdecken…, verstehen und glauben wir aufrichtig, dass in der gegebenen Situation, mit dem verfügbaren Wissen und Ressourcen und unseren individuellen Fähigkeiten, jede(r) sein Bestes getan hat.

Diese Grundannahme für agile Retrospektiven ist für mich die Basis, um mit Veränderung umzugehen. Das, was ich habe, ist mein Bestes. Zu jeder Zeit.

Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, Leben muss man vorwärts. [Sören Kierkegaard].

Ich kann gehen, in kleinen Schritten, Rückschau halten, aus meinen Stärken und Niederlagen lernen und meine Wege anpassen. Und so gehe ich mit den Anforderungen des Lebens anstatt an meinen Plänen zu scheitern.
Und wenn, frage ich mich, wenn mein Bestes nicht genug ist? Wenn ich mir diese Frage stelle, dann bekomme ich Angst. Angst lähmt mich oder macht mich wütend. Beide Gefühle blockieren meine Kreativität. Und so entscheide ich mich dafür, daran zu glauben, dass mein Bestes gut genug ist. Diese Idee gewährt mir den Raum, um Ideen zu entwickeln, wie mein Bestes noch besser werden kann.
Ein agiles Mindset hilft mir, mein Leben zu gestalten und (m)einen Weg zu finden. Deshalb mag ich die Agilität.

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